Singen und singen lernen

Antworten zu wichtigen Fragen von Sängern und Gesangsschülern

Braucht man eine spezielle Atemtechnik zum Singen?

Die Grundlage eines ausdrucksstarken Gesangs ist eine vollkommene Atmung, die Du bei mir erlernen kannst, umhäufig auftretende Atmungsfehler zu vermeiden: Zu kurzes Einatmen, unruhige Atemgebung, unausgeglichene Atembalance, ungenügende Atemstütze machen. Ein Sänger sollte sich seine Atmung bewusst machen, aber eine gute Atmung im sängerischen Sinne ist vor allem ein Resultat effektiver und gesunder Technik.

Wie ist das mit der Kopf- und Bruststimme - wie viele Stimmen gibt es überhaupt?

Die Ausdrücke Brust- und Kopfstimme beziehen sich auf die Resonanzen, die wir beim Entstehen von Tönen wahrnehmen. Diese sind von der Tonhöhe und der jeweiligen Koordination der entsprechenden Muskelgruppen des Stimmapparates abhängig. Im klassischen Gesangsunterricht wird dabei von Stimmregistern gesprochen. BRUSTSTIMME: Singt man tiefe Töne, schwingen die Stimmbänder langsamer und weiter geöffnet als bei hohen Tönen. Die Schallwellen die dabei entstehen, breiten sich eher in den Brustraum aus. Deshalb spricht man von Bruststimme. KOPFSTIMME: Falsett, Kopfstimme ist der Bereich, bzw. das Register der hohen Töne. Falsett ist ein Begriff, den man eher bei männlichen Sängern benutzt, Kopfstimme eher bei weiblichen.

Übung zur Bruststimme

Du fühlst die Bruststimme sehr schön, wenn Du beim Singen eines sehr tiefen Tons die Hand auf den Brustkorb legst. Dann fühlst Du den tiefen Ton als Vibration im Brustraum, der auch als Resonanzraum bezeichnet wird. Übung zur Kopfstimme Legst Du die Hand beim Singen eines extrem hohen Tons auf den Brustkorb, fühlst Du dort keine Vibration mehr, ganz anders als vorher bei den Tönen der Bruststimme. Du fühlst den Ton eher im Resonanzraum Kopf.

Singe ich Tenor, Bariton oder Bass? Bin ich Sopran, Mezzo oder Alt?

Eine Frage, die sich oft erst nach ein paar Gesangsstunden beantworten lässt, wenn Du noch Gesangsanfänger bist. Die Frage nach dem Stimmfach oder der Stimmlage hat nicht unbedingt nur etwas mit dem Umfang der Stimme zu tun, sondern auch mit Deiner Stimmfarbe.

Was ist ein Altus oder ein Countertenor?

Als Countertenor oder auch Altus wird ein männlicher Sänger bezeichnet, der mit Hilfe einer durch Brustresonanz verstärkten Kopfstimmen- bzw. Falsett -Technik in Alt - oder sogar Sopranlage singt. Der Countertenor ist jedoch nicht mit einer Kastratenstimme gleichzusetzen, weder im Klang noch im Stimmumfang.

Welche Bücher zum Thema Gesang würdest Du empfehlen?

Zum Thema Gesang und Stimmbildung gibt es unzählige Bücher, einen sehr guten Überblick zum Thema Singen gibt das Buch „Singen – die physische Natur des Stimmorgans“ von Yvonne Rodd-Marling und Frederick Husler.

Was ist Wirkungssingen?

Mit ‚Wirkungssingen‘ ist ein Gesang gemeint, der entweder eine Wirkung auf Ausführende und Zuhörer induziert oder als Folge einer Wirkung von außen auf den Sänger selbst entsteht. Die Wirkung ist körperlich-mental. Sie kann sich als Erleben von Kraft, Leichtigkeit, Wärme, Gefährlichkeit, Liebe, Mut etc. äußern. Wirkungsgesänge sind generell nur in einer Disposition der größtmöglichen Offenheit aller Sinne und Selbstvergessenheit möglich. Eine Haltung der Absichtshaftigkeit und Selbstreflexion ist dabei kontraproduktiv. Nicht: „Ich singe“, sondern: „Es singt aus mir“.

Welcher Unterricht ist der richtige für mich?

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